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Restaurierung meiner Yamaha RD 250
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Womit alles begann oder Das
Michelin-Männchen
Ich hatte
alle Motorräder verkauft. Aber als ich auf einmal wegen eines
Umzugs den Frankenwald in Kronach mit lauter traumhaften kleinen
Sträßchen mit Kehren und Bergen und Kurven vor mir
hatte, mußte wieder ein Motorrad her. Eigentlich wollte
ich mir aus Vernunftsgründen eine Honda Transalp kaufen,
denn ich wollte ja ein Motorrad haben, das einfach
fährt und an dem man nicht dauernd rumschrauben muss. Doch
in meinem Hinterkopf saß immer noch die
hartnäckige Erinnerung an die erhöhte
Testosteronausschüttung durch einen Zweitakter namens MZ ETZ
250 fest und ließ mich nicht in Ruhe. In der Zeitung fand
ich eine Yamaha RD 250. Ach ja, das T-Shirt rechts war wohl der
Auslöser für meinen RD-Kauf.
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Der Kauf der RD 250
DIe
RD war in super Zustand, kein Rost und nix. Und sie sprang sofort
an. Bei kaltem Motor. Da das Moped abgemeldet war, fiel eine
Probefahrt aus. Ach ja, gegen eine MZ und für eine RD 250 hab
ich mich entschieden, weil die MZ nur knapp 20 PS hat, und
überholen auf der Landstraße damit kaum möglich
ist. Aber die RD 250 hat fast 30 PS und damit geht schon was - vor
allem beim Überholen und der Spitzengeschwindigkeit. Da ist
ein Ausritt mit Kumpels mit stärkeren Maschinen schon eher
möglich. Gesagt, gesehen und gekauft. Für 800 Euro
wechselte die Maschine den Besitzer und ich ließ sie gleich
auf dem Hänger zum Händler fahren, damit der TÜV
und einen Kundendienst macht. Wie gesagt, ich wollte ja möglichst
wenig Schrauben!
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Liegen bleiben auf der Heimfahrt
(von TÜV und Inspektion beim Händler)
Ich
hol also eine Woche später die Maschine von der Werkstatt ab
(Kosten: 150 Euro), tanke sie voll und auf der Heimfahrt bleib ich
schon liegen. Na toll!
Fehlersuche
in der Werkstatt: Wasser im Tank und Dreck im Vergaser
Zu
Hause ruf ich gleich den Händler an, der sie wieder abholt
und entdeckt, das Dreck im Vergaser war und Wasser im Tank. 200
Euro futsch. Ich ag noch, macht ne ausgiebige Probefahrt,
diesmal soll die Mschine fahren und nicht liegen bleiben, wenn ich
sie abhole.
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Lederklammotten und 30 Grad im
Schatten: Kolbenklemmer
Ich
hole also mein Maschine ab und will ne kleine Tour von 30
Kilometer machen. Es ist der erste heiße Tag im Jahr, es hat
dreißig Grad im Schatten und ich hab Lederklamotten an. Aber
der Fahrtwind kühlt einen ja. Ich fahr also los und nach
knapp 20 Km macht der Motor während der Fahrt nur noch "flopp
flopp" und die Leistung ist weg und der Motor aus. Ich laß
das Mototrrad auslaufen und versuch die Maschine wieder
anzutreten. Nach einer halben Stunde in der knalle Sonne bei 30
Grad mit Lederklamotte beschließe ich, daie Maschine zum
nächsten Händler zu schieben. Ein Kilometer kann ganz
schön lang sein.
Fehlersuche
und eine Schuldiger: eine kaputte Ölpumpe
Die
Werkstatt findet raus, dass die RD einen Kolbenklemmer hat. Soll
zwischen 600 und 1000 Euro kosten wenn ichs von der Werkstatt
machen lasse. Bin ein Wochenende wütend, ärgerlich und
ratlos. Also Notschlachtung nachdem mich die RD schon knapp 1200
Euro gekostet hat? Versteigern bei Ebay? Wer kauft ein kaputtes
Moped? Ein Freund baut mich auf. Neue Kolben und Zylinder
ausschleifen kann doch nicht so teuer sein. Nur die Ursache der
fehlenden Schmierung fehlt noch. Die Ölpumpe war schuld.
Neue Batterie zusätzlich 50 Euro.
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Auf der Suche nach Ersatzteilen:
ein Schrottmotor und ein Teilehändler als Rettung
Doch
woher an billige Kolben kommen? Welches Übermaß brauch
ich? Und wo bekomm ich eine möglichst gebrauchte
Ölpumpe her, da eine neue nicht zu bezahlen ist? Meine
Rettung: Ein Bekannter beim TÜV, der einen alten RD Motor
zum Ausschlachten (50 Euro) hatte und der folgende Händler
der alten Schule (deshalb keine Internetadresse):
YAMAHA
Klassiker Teile Lindenstr. 142 25524 Itzehoe Tel:
04821/74283
Horst Meise hat einen sehr kompetenten Handel
für YAMAHA Klassiker Ersatzteile. Die meisten Teile sind
neu und original von Yamaha. Die Ersatzteile haben mich ca. 230
Euro gekostet.
Hilfe zu RD-Problemen findet man auf
Hartmuts Yamaha
RD350LC Seite: http://www.rd350lc.de/
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Warum macht das Moped so einen
Krach?
Tja,
wenn einer der Vorbesitzer die Zylinderfußdichtung nur zur
Hälfte entfernt, dann macht die auströmende Luft einen
ziemlich ohrenbetäubenden Lärm. Alte Dichtung entfernen,
neue drauf und fertig.
Alles
Gut, oder was? Warum läuft die Karre nur noch auf einem
Zylinder ....? oder Was eine fehlende Dichtung alles bewirken
kann!!! Der
Vorvorbesitzer hatte es scheinbar nicht so mit Dichtungen. Deshalb
hat er die zwischen Einlaßventil und Zylinder einfach
weggelassen. Die Folge sieht man rechts, aufgrund des zu
mageren Gemisch wegen der Fehlluft wurde die Verbrennung in einem
Zylinder zu heiß und die Folge war ein Loch im Kolben. Jetzt
heißt es den ganzen Motor zu zerlegen, damit der
Aluminiumdreck vom geschmolzenen Kolben die Kugellager nicht lahm
legt. Tja,
außerdem neuen Kolben und den Zylinder neu einschleifen,
noch mal 150 Euro.
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Operation am offenen Herzen oder
Zwei Freunde wollens wissen
Ich
will nicht technisch in die Details gehen, nur soviel: Um elf
haben wir mit Ausbauen zu zweit angefangen, haben dann den Motor
komplett zerlegt, gereinigt, neue Dichtungen eingebaut, den neuen
Kolben und den eingeschlifffenen Zylinder eingebaut, alles wieder
zusammen geschraubt. Diese Aktion dauerte bis abends um sechs.
Also vierzehn Stunden Arbeitszeit insgesamt. Willst Du mehr
Fotos sehen, dann klick rechts auf das Foto. --»
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Letzte Handlung, bevor die
Maschine endlich zuverlässig läuft: Die Einstellung
der Zündung (ein Geduldsspiel)
Tja,
nach der Einstellung der Zündung habe ich außer dem
Wechsel des Gabelöls an einem Motorrad schon sämtliche
Wartungsarbeiten durchgeführt.
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Der letzte Akt: Optisches
Facelifting für den Tank denn: Dellen im Tank sind unschön
(entstanden, der Anschlag am Lenker fehlte)
Da
ich einen Oldtimer zum Fahren und nicht zum Putzen und ausstellen
wollte, hab ich mich für die Arbeit mit der Sprühdose
entschieden. Mit Schleifen usw. dauerte die Aktion trotzdem vier
bis fünf Stunden. Und kostete noch mal 40 Euro.
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Was der ganze Spass so
kostet
Bisher sind wir bei 1670
Euro. Und dazu kommen noch mal 50 Euro für Reservezylinder
und 30 Euro für Ersatzzündspulen. Noch mal 50 Euro für
Kleinteile macht zusammen 1800 Euro. Also hab ich zusätzlich
zu den 800 Euro für den Kauf noch mal 1000 Euro reingesteckt,
aber jetzt fährt sie zuverlässig. Nur warum sie
nicht über 6000 Touren dreht, muss ich im Frühling noch
rauskriegen ...
Wenn Du die RD 250 noch mal in voller
Auflösung sehen willst, dann klick rechts auf das Foto. --»
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